Regina Peters ist seit 17 Jahren Mitorganisatorin der Kibum.
Bild: Gerlinde Domininghaus
Regina Peters
IN GANZ NEUE WELTEN EINTAUCHEN
Bücher in Hülle und Fülle, dazwischen eine Vielzahl von Mädchen und Jungen, die neugierig darin blättern, vorgelesenen Geschichten lauschen und sich eifrig Buchtitel für ihren Wunschzettel zu Weihnachten notieren: Die Kibum ist jedes Jahr aufs Neue ein Highlight. Mittendrin Regina Peters, die die Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse seit 17 Jahren mitorganisiert. „Es ist eine wunderbar lebendige Zeit, die erfüllt ist von einem intensiven Austausch“, freut sich die Oldenburgerin, die selbst schon früh eine Leidenschaft fürs geschriebene Wort entwickelt hat.
ZWISCHEN KÄPT’N BOMMEL UND TOLSTOI
„Ich hatte eine sieben Jahre ältere Schwester, die mich mit fünf Jahren in die Kinderbibliothek mit ihrer riesigen Buchauswahl mitgenommen hat“, erinnert sich die gebürtige Emderin, die es sich erst einmal in der Bilderbuchecke gemütlich gemacht hat. „Ich war glücklich und hatte das Gefühl, in eine ganz neue Welt einzutauchen.“ Das Lieblingsbuch ihrer Kindheit? „Kapitän Bommel und die Seeschlange“, damals aus dem Oldenburger Stalling Verlag. „Übrigens auch das Lieblingsbuch von Cornelia Funke“, fügt sie schmunzelnd hinzu. Voller Ungeduld wartete die heutige 56-Jährige darauf, mit 14 Jahren „endlich!“ in die Erwachsenenabteilung zu dürfen – nachdem sie sich bestimmt zweimal durch die Kinderabteilung gefräst hatte. „Dort habe ich dann alles verschlungen, was mir interessant erschien: Bücher von Solschenizyn, Tolstoi, Böll, ganz prägende Leseerfahrungen.“
„ICH HATTE EINE SIEBEN JAHRE ÄLTERE SCHWESTER, DIE MICH MIT FÜNF JAHREN IN DIE KINDERBIBLIOTHEK MIT IHRER RIESIGEN BUCHAUSWAHL MITGENOMMEN HAT“, erinnert sich Regina Peters.
KINDERN NEUE (LESE)WELTEN ERMÖGLICHEN
Ihren Beruf sieht Regina Peters schon lange als Berufung an. „Es ist ein gutes Gefühl, auch Kindern aus lesefernen Familien mit der Kibum den Eintritt in ganz neue Welten zu ermöglichen und ihnen zu zeigen, was Kinder- und Jugendbücher bedeuten können. Daher auch diese Leidenschaft für meinen Beruf“, erzählt die einstige Studentin der Germanistik und Pädagogik. Doch wie kommt man eigentlich zur Kibum? „Das war tatsächlich ein Glücksfall. Ich hatte die Chance, ein Projekt für das Kulturamt zu realisieren. Nachdem ich das Besuchsprogramm für ehemalige ukrainische und polnische Zwangsarbeiter wohl gut organisiert hatte, bot man mir an, das Jubiläumsprogramm für die 30. Kibum zu gestalten. Da konnte ich natürlich nicht Nein sagen.“
Aus diesem einen Jubiläum sind inzwischen zahlreiche überaus gelungene Veranstaltungen geworden, wobei Regina Peters nicht nur für die Lesungen verantwortlich ist, sondern auch für Ausstellungen, Projekte, Publikationen und das für die nicht-kommerzielle Kibum so wichtige Sponsoring. „Ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit für die Stadt Oldenburg. Oldenburg engagiert sich ja vorbildlich für Leseförderung, sie ist ‚Herzenssache‘ für die Stadt und die Universität. Dafür wird Oldenburg in der ganzen Republik gewertschätzt.“ Selbst die Kibum in Corona-Zeiten konnte ihrer Begeisterung keinen Abbruch tun: „Vieles war herausfordernd, wir sind viele neue digitale Wege gegangen, die sehr erfolgreich waren und mit denen wir nochmal ganz andere Reichweiten erzielten.“
NEUE IDEEN ENTWICKELN
Nach der Kibum ist vor der Kibum. Das bedeutet, dass direkt nach der Abwicklung der letzten Veranstaltung bereits neue Gespräche mit Verlagen und Autoren geführt, zahlreiche Bücher gelesen und Konzepte entwickelt werden müssen. „Stadt und Uni sind ja gemeinsame Veranstalter der KIBUM, daher beschließen wir immer im Korat – bestehend aus Vertretern und Vertreterinnen der Uni und der Stadt – das Thema oder Gastland des kommenden Jahres.“ Besonders mag Regina Peters die Kinderbuchmessen, die sich mit fremden Ländern befassen. Sie selbst liebt das Meer und ist gerne an der holländischen und niedersächsischen Küste unterwegs.
„ALS HEIßER TIPP FÜR DIE ADVENTSZEIT: DEN LIEBSTEN MENSCHEN, GANZ GLEICH WELCHEN ALTERS, GEMEINSAME ZEIT SCHENKEN UND VORLESEN, MIT TASSEN VOLL DAMPFENDER SCHOKOLADE, GEMÜTLICH AUFS SOFA GEKUSCHELT.“
Regina Peters‘ Tochter Cosima, mittlerweile 16 Jahre alt, ist quasi „mit der Kibum groß geworden“. „Seit einiger Zeit haben wir das intensive Vorlesen für uns wiederentdeckt. Anders als in Cosimas Kindheit lesen wir uns jetzt gegenseitig vor – aktuell aus Oscar Wildes Märchen und Erzählungen“, erzählt Regina Peters. „Als heißer Tipp für die Adventszeit: den liebsten Menschen, ganz gleich welchen Alters, gemeinsame Zeit schenken und vorlesen, mit Tassen voll dampfender Schokolade, gemütlich aufs Sofa gekuschelt.“ Auch die Kibum entwickelt sich stetig weiter. „Ich bin gespannt, wie es in den nächsten Jahren weitergehen wird und freue mich darauf.“
DIE KIBUM DIESES JAHRES IMMER NOCH ONLINE
Zahlreiche Veranstaltungen haben auch in diesem Jahr coronabedingt digital stattgefunden. Grund genug, diese allen Interessierten auch über einen längeren Zeitraum zugänglich zu machen. Das Stöbern und Durchklicken lohnt sich – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene!